news / blog

Donnerstag, 07 September 2017 22:29

Korsika

Für (Süd-)Deutsche ein beliebtes Urlaubsziel, uns hat es Ende Juni diesen Jahres im Familienurlaub kurzfristig auch dorthin verschlagen: KORSIKA!
Von vielen Freunden und Bekannten als traumhaftes Reiseziel empfohlen waren die Erwartungen hoch. Wobei die Reisezeit in punkto Naturfotografie alles andere als optimal war und der "Erholungsurlaub" im Fokus stand, konnte ich doch ein paar nette Motive auf den Sensor bannen. Und nach zwei Wochen Korsika bleibt für mich nur ein Fazit: Eine fantastische Insel die man unbedingt einmal besucht haben muss. Wir waren sicherlich nicht zum letzten Mal dort. Besonders gefallen hat mir der Kontrast vom Meer zum Hochgebirge, das wenig erschlossene und dünn besiedelte Landesinnere sowie quasi keinerlei Anzeichen von Massentourismus. Und obwohl die Fähren nach Korsika berstend voll sind verteilen sich die Massen doch irgendwie problemlos und wenig ersichtlich auf der Insel. Wir waren im Osten ca. in der Mitte der Insel bei Aleria auf einem wunderschönen Campingplatz direkt am Meer. Daneben nur "Unland" und Schutzgebiete, keine Hotelburgen, Discos oder anderes - wirklich wunderschön und ruhig. Dazu ein traumhafter Naturstrand und tolle Wasserqualität. So haben wir die Tage zwischen Wasser, Sand, Fels und Flüssen sehr genossen... Nur eines hat mir (für die Naturfotografie) gefehlt: Ein sehr geländegängiges Fahrzeug, denn verlässt man eine der wenigen Hauptstraßen auf Korsika, sieht man sich mit abenteuerlichen Pisten konfrontiert.

korsika 2017 001
Morgenstimmung am Strand an unserem Campingplatz

korsika 2017 002
Hat uns an der Rezeption begrüßt und auf dem Campingplatz gab es zig Brutpaare:
Grauschnäpper (Muscicapa striata)

korsika 2017 003
Eine Besonderheit gleich zu Beginn auf unserem Campingplatz: Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos).

korsika 2017 004
Eine wirklich imposante Erscheinung. Ameisen an den Extremitäten werden einfach abgeschüttelt und auch eine Berührung kümmert den Falter wenig.

korsika 2017 005
Die namensgebende Zeichnung auf dem Nacken.

korsika 2017 006
Am Strand ein häufiger Anblick: Stranddistel (Eryngium maritimum).

korsika 2017 007
Eindrucksvolle Teppiche von Blättern und Fruchtständen bildet dieser nicht
unproblematische Neophyt: Gelbe Mittagsblume (Carpobrotus edulis),
auch Hottentottenfeige genannt.

korsika 2017 008
Morgenstimmung am Strand von Aleria.

korsika 2017 009
Stranddisteln, ein wunderbares Motiv.

korsika 2017 010
Durch Zufall bei einer morgendlichen Tour in einem Schutzgebiet entdeckt:
Ockerbindiger Samtfalter (Hipparchia semele), auch Rostbinde genannt.

korsika 2017 011
Imposante, noch unbestimmte Heuschrecke auf einer mannshohen Distel.

korsika 2017 012
Besonderes Highlight: Eine wenig scheue Fuchsfamilie, der Nachwuchs mit Spielzeug in Form einer Wanderratte (?).

korsika 2017 013
Am Parkplatz dann eine der wenigen Lebendbeobachtungen von einer der häufigsten Schlangenart in Korsika: Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus).

korsika 2017 014
Ich liebe Geckos! Am Brettverschlag der Mülltonnen hinter einer Eisdiele - Mauergecko (Tarentola mauritanica).

korsika 2017 015
Nur wenige Meter im Hafenbecken überrascht eine interessante Unterwasserfauna, hier mit einer noch nicht bestimmten Garnelenart.

korsika 2017 016
Auf den Steinen im Hafenbecken eine Vielzahl von Krabben beim Abweiden der Algenbeläge.

korsika 2017 017
Im Landesinneren mit die häufigste Reptilienart (hier Männchen hinten und Weibchen vorne):
Die sehr hübsch gezeichneten Tyrrhenische Mauereidechsen (Podarcis tiliguerta).

korsika 2017 018
Besonders faszinierend: Kiefern und Fels.

korsika 2017 019

korsika 2017 020

korsika 2017 021

korsika 2017 022
Wenig scheu und sofort zur Stelle, wenn die Badegäste an den Gumpen der Flüsse gen Unterkunft fahren: Kolkraben (Corvus corax).

korsika 2017 023
Auch nachts ist Korsika beeindruckend. Treibholz mit Milchstraße und Fischkutter am Horizont.

korsika 2017 024
Eine geringe Lichtverschmutzung lässt einen nachts gebannt an den Himmel schauen: Milchstraße über dem Campingplatz.

Mittwoch, 26 Juli 2017 22:46

Exkursion ins Obere Donautal - Fotoprojekt Wilde Alb

Unser Fotoprojekt Wilde Alb der Regionalgruppe 8 der GDT wächst und wächst. Da die meisten unserer Teilnehmer auf und im Umfeld der Mittleren Alb und Ostalb wohnen hatten wir bereits im letzten Jahr beschlossen, einen gemeinsamen mehrtägigen Ausflug auf die westliche Schwäbische Alb zu machen. Da bietet sich natürlich das Obere Donautal geradezu an, denn er zählt sicherlich zu den landschaftlichen Highlights der Schwäbischen Alb bzw. Baden-Württembergs. So machten wir uns mit über 20 Teilnehmern, auch Gäste und Mitglieder aus unserer Regionalgruppe die nicht am Projekt teilnehmen haben sich angeschlossen, Ende Mai für ein Wochenende auf ins Obere Donautal.

In strömenden Regen ging es am 19. Mai 2017 in Stuttgart los und als wir die Alb hinter Balingen erklommen fühlte man sich eher wie in einer Waschmaschine als auf einem "Foto-Ausflug". So war es am ersten Ziel, dem Lochenfelsen hoch über dem Albvorland alles andere als gemütlich. Kräftiger Wind trieb immer wieder heftige Schauer heran und man war mehr mit Frontlinse putzen als fotografieren beschäftigt. Der nächste Stopp erfolgte für uns im NSG Irndorfer Hart. Doch die war auf Grund der zurückgebliebenen Vegetation noch nicht sehr fotogen so dass wir direkt weiter ins Donautal fuhren um einige Locations für die Morgen- und Abendstunden auszukundschaften. Nach Kuchen und Kaffee mit den ersten Teilnehmern in Beuron trafen wir uns um 18:00 Uhr alle in unserer Unterkunft im Jägerhaus. Eine idyllisch und abseits gelegene Herberge direkt an der Donau - nur über einen 6 km langen Schotterweg zu erreichen. Ein wunderbarer Ausgangspunkt für Naturliebhaber und Fotografen - mitten drin in einem der schönsten Bereiche des Oberen Donautals. Direkt nach dem Abendessen stiegen wir dann aus dem Tal auf in der stillen Hoffnung doch noch ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen. Immerhin hatte es zu regnen aufgehört. Und als wir dann ein paar schöne Felsköpfe erreicht haben öffnete sich ein schmaler Spalt gen Westen und ließ den Himmel brennen - was für ein Glück und was für ein Auftakt für unser Wochenende!

Am nächsten Morgen ging es früh raus um die verschiedenen Locations, wir hatten uns abends noch aufgeteilt, für den Sonnenaufgang anzufahren. Leider wurde meine bereits mitgebrachte Erkältung immer schlimmer, ich hatte schon die halbe Nacht lang nicht geschlafen und quasi auf Kiemenatmung umgestellt. Doch die Gruppe zieht einen mit und das war auch gut so. Inzwischen war der Himmel klar und bestes Wetter - doch davon war im Donautal nichts zu sehen - alles voller Nebel. Ansich nicht schlimm, doch er hielt sich hartnäckig und wollte sich nicht zum Sonnenaufgang verziehen. So schlotterten wir auf dem Aussichtspunkt und kamen nicht zu unseren Bildern - Naturfotografie pur ;-)

Nach dem Frühstück war für mich Bett angesagt, es ging einfach nicht mehr. Am Nachmittag quälte ich mich dann doch raus um schwer keuchend wieder hoch zu den Felsen über dem Jägerhaus zu laufen - schließlich war ich bzw. waren wir ja zum Fotografieren da ;-) Und Dank schöner Bewölkung konnte man auch tolle Bilder machen. Am Abend ging es dann gemeinsam zum Stiegelesfels - einer von der Donau heraus gefrästen Felsarena mit fantastischen Ausblicken! Und da wurden wir fotografisch belohnt und liefen im Dunkeln zufrieden zu unseren Autos zurück.

Am nächsten Morgen sollte dann alles passen: Nebel im Tal und drüber der Sonnenaufgang - perfekt. Für mich leider nicht, die Erkältung hatte mich endgültig ausgeknockt und ich konnte nicht aus dem Bett. Game over - im Rückblick war es eigentlich Wahnsinn mit so ner schweren Erkältung und 20kg Fotorucksack da unten in den Hängen herumzukrakseln. Aber wenn ich dann auf meine Bilder schaue bin ich doch froh, dass ich mich ein bisschen gequält habe - es hat sich gelohnt!

Einen Bericht über unsere Exkursion gibt es auch im Blog unserer Wilden Alb Seite.

20170519 donautal 001
Rund um den Lochenfelsen im strömenden Regen: Tolle Bedingungen für die "Waldfotografie"!

20170519 donautal 002
Halbhöhle in einem kleinen Seitental der Donau bei Neidingen.

20170519 donautal 003
Abendstimmung hoch über dem Donautal - eine fantastische Kulisse aus Waldkiefern, Felsen und der Donau.

20170519 donautal 004

20170519 donautal 005
Und dann hatten wir einfach nur unfassbares Glück.

20170519 donautal 006
Ein Spalt öffnete sich am Horizont.

20170519 donautal 007
Und der Himmel "brannte"!

20170519 donautal 008
Und auf einmal waren sie da: Die Farben über der Ruine Kallenberg.

20170520 donautal 009
Am nächsten Morgen gab es dann nur eines: Nebel. Und wie aus dem Nichts kamen die Dohlen auf einen zugeflogen.

20170520 donautal 010
Die Nebelgrenze war immer ein paar Meter über uns.

20170520 donautal 011
Auf der Rückfahrt konnten wir wenigstens ein paar Belegfotos von den Donautal-Gämsen machen.

20170520 donautal 012
Am Nachmittag machte ich mich dann ganz alleine auf den Weg: Typisch Donautal - Silberblatt und Fels.

20170520 donautal 013
Vielblütige Weißwurz.

20170520 donautal 014
Frisches Laub der Rotbuche und Waldkieferstamm.

20170520 donautal 015
Ein zartes Grün noch Ende Mai.

20170520 donautal 016
Dramatische Wolken überspannen das wildromantische Donautal. Einer der wenigen Orte in Baden-Württemberg mit einem noch sehr ursprünglichen Charakter.

20170520 donautal 018

20170519 donautal 017

20170520 donautal 019
Das silberne Band der Donau.

20170520 donautal 020

20170520 donautal 021
Was raschelt da neben dem Fotorucksack? Weibchen der Zauneidechse.

20170520 donautal 022
Stattliches Knabenkraut.

20170520 donautal 023
Und wieder Dohlen - dieses Mal in schönem abendlichen Licht.

20170520 donautal 024
Eiche am Stiegelesfelsen.

20170520 donautal 025
Der selbe Baum mit Blick ins Tal.

20170520 donautal 026

20170520 donautal 027
Die Felsarena des Stiegelsfelsen.

20170520 donautal 028
Kiefern und Fels - eine fotografische Traumsymbiose!

20170520 donautal 029

20170520 donautal 030

20170520 donautal 031

20170520 donautal 032
Ruine Kallenburg im Abendlicht.

20170520 donautal 033
Die letzten warmen Sonnenstrahlen auf den Waldkiefern.

Sonntag, 11 Juni 2017 22:56

Naturfotografie vor der Haustüre / im Haus

Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute liegt so nah???

Das alte Sprichwort mag auch durchaus für die Naturfotorgrafie gelten, wie ich in den letzten Wochen erfahren durfte. Durch einen Umzug im März hat es uns in Stuttgart ein eine sehr "grüne" Ecke verschlagen. Große Grundstücke mit vielen Gehölzen und in der Nähe zwei Parkseen. Wenn dann der ein oder andere Garten naturnah gestaltet und extensiv bewirtschaftet wird, kann man allerhand entdecken und vor die Linse bekommen.

20170524 naturfotografie zu hause 001Als ich eines Tages aus dem Haus zum Auto über die Straße lief, viel mir ein hoher und für mich nicht alltäglicher Vogelgesang an. Hörte sich irgendwie nach Meisen oder nach Goldhähnchen an... Ein Abgleich mit den Vogelstimmen auf dem Smartphone bestätigte den Verdacht: Sommergoldhähnchen (Regulus ignicapilla). Mit die kleinsten Vögel Europas leben also direkt in unserer Nachbarschaft, der Anteil an Nadelgehölzen passt  auch zu den Habitatansprüchen. So "legte" ich mich am Rande einer langen Parkbucht vor einer Fichtenhecke auf die Lauer und konnte erste Bilder von unseren kleinen Nachbarn machen. Nachdem mir der Gesang nicht mehr fremd war merkte ich erst, wie emsig die kleinen Vögel den ganzen Tag am Singen sind. Kaum war das Fenster oder die Balkontür offen hörte ich sie piepsen - und hab mich gefreut.

20170524 naturfotografie zu hause 002

20170524 naturfotografie zu hause 003

20170514 naturfotografie zu hause 004
Eines Tages fiel mein Blick vom Balkon auf einen "roten" Vogel in den Koniferen am Grundstücksrand. Das Männchen eines Gimpels (Pyrrhula pyrrhula) saß da in aller Seelenruhe und ich spurtete zur Kamera. Ein wie ich finde in den Siedlungen eher ungewöhnlicher Anblick, hat man doch eher mal in den Wintermonaten die Chance welche zu Gesicht zu bekommen. Ab und zu höre ich im Wald einen rufen, aber bekomme ihn dann nicht zu Gesicht.

20170525 naturfotografie zu hause 005
Doch auch beim Blick in den Vorgarten entdeckt man so einiges: Kleiner Hopfen-Wurzelbohrer (Korscheltellus lupulina) - keine 5m von der Haustüre entfernt.

20170530 naturfotografie zu hause 006
Und wenn dann die Margeriten (Leucanthemum vulgare) im Vorgarten blühen stellen sich die Insekten ein: Larve der Zwitscherschrecke (Tettigonia cantan).

20170610 naturfotografie zu hause 007
Natürlich gibt es in solch einem "grünen" Siedlungsbereich auch ne Menge Wildbienenarten zu entdecken: Männchen der Gewöhnlichen Löcherbiene (Heriades truncorum).

20170525 naturfotografie zu hause 022
Mit aufmerksamen Blick wird man auch am Garagentor fündig: Weibchen der Springspinnenart Marpissa muscosa.

20170525 naturfotografie zu hause 021

20170610 naturfotografie zu hause 024
Nicht schlecht staunte ich, als ich die selbe Art (wieder ein Weibchen) einige Tage später bei uns in der Wohnung angetroffen habe, genauer gesagt in der Küche. Ich wollte sie mit dem Fisheye ablichten was nicht so recht gelang. Ich legte die Kamera auf die Arbeitsplatte um meine Nikon mit Makro zu holen und als ich zurückkam staunte ich nicht schlecht: Die Spinne saß auf der Kamera! Und sie kann fotografieren ;-)

20170610 naturfotografie zu hause 023
Zuerst fokussieren...

20170610 naturfotografie zu hause 026
...dann zum Auslöser und kräftig drücken...

20170610 naturfotografie zu hause 025
... und schwups ist das Bild im Kasten ;-)

20170529 naturfotografie zu hause 008
Etwas ganz Besonderes bietet der Garten um unser Haus herum: Heimische Orchideen - Mitten im bebauten Gebiet in der Landeshauptstadt!!! Keine Ahnung wie sie dorthin gekommen sind??? Hinterm Haus und auf dem Garagendach stehen eine stattliche Anzahl von Fuchs' Knabenkräuter (Dactylorhiza fuchsii). Ende Mai blühten die ersten Exemplare auf.

20170610 naturfotografie zu hause 009
In der zweiten Juniwoche standen sie dann in einem Meer von Margeriten in voller Blüte.

20170610 naturfotografie zu hause 010

20170610 naturfotografie zu hause 011

20170610 naturfotografie zu hause 012

20170610 naturfotografie zu hause 013

20170610 naturfotografie zu hause 014

20170523 naturfotografie zu hause 015
Direkt vor dem Haus unweit des Briefkastens eine zweite heimische Orchideenart: Großes Zweiblatt (Listera ovata). Hier in der blauen Stunde abgelichtet.

20170522 naturfotografie zu hause 016

20170525 naturfotografie zu hause 017
Das Gute an der Naturfotografie vor der Haustüre: Man kann schnell losspringen wenn man eine schöne Lichtstimmung hat! ;-)

20170525 naturfotografie zu hause 018

20170525 naturfotografie zu hause 019

20170525 naturfotografie zu hause 020

20170421 naturfotografie zu hause 027
Doch auch das Umfeld bietet einiges an Motiven. Keine 150m und ich steh an zwei schönen Parkseen (ehemals Feuerlöschteiche). Zwei verliebte Ringeltauben (Columba palumbus) kommen zum Trinken.

20170429 naturfotografie zu hause 028
Eine Bachstelze (Motacilla alba) sucht fleißig nach Nahrung für den hungrigen Nachwuchs.

20170429 naturfotografie zu hause 029
Leider haben dort auch die aggressiven "Neubürger" in Form von Nilgänsen (Alopochen aegyptiaca) erfolgreich reproduziert.

20170429 naturfotografie zu hause 030

20170429 naturfotografie zu hause 031

Sonntag, 07 Mai 2017 21:56

Feuersalamander - Fotoprojekt Wilde Alb

Erst war es zu kalt, dann zu trocken - aber in den letzten Tagen hat alles gepasst: Feuersalamanderwetter! Regen und einigermaßen milde Temperaturen lassen die Salamander auch am Tag aktiv sein. So hat man eine Chance diese faszinierende  Amphibienart zu entdecken, zu erleben und natürlich auch zu fotografieren. Meine letzte fotografische Begegnung mit Feuersalamandern lag Jahre zurück und war außerhalb Baden-Württembergs. Nachdem die Kollegen schon im letzten Jahr tolle Aufnahmen auf der Schwäbisch Alb machen konnten freut ich mich umso mehr, die Art selber vor die Linse zu bekommen.

Feuersalamander sind in vielerlei Hinsicht faszinierenden Tiere: Ihre auffällige gelb-schwarze Zeichnung, die bei jedem Tier einzigartig ist, ist ein Art Fingerabdruck. Dabei kann der Gelbanteil unterschiedlich stark ausgeprägt sein und auch die Zeichnung von Punkten bis hin zu gelben Streifen ist sehr variabel, wobei sich dadurch einige Unterarten der Nominatform (Salamandra salamandra salamandra) abtrennen lassen. Zudem verbringt kein anderes heimisches Amphibium so viel Zeit "an Land" wie der Feuersalamander. Nur für sehr kurze Zeit wandern die Tiere aus feuchten Laub- und Mischwäldern im Frühjahr an kleine Fließgewässer, um ihre Larven dort abzusetzen. Auch dies, keine Eier ins Gewässer zu legen, sondern Larven, ist unter den heimischen Amphibien eine Besonderheit und eine spezielle Anpassung an den Lebensraum.

Etwas außergewöhnlich ist auch die Verbreitung der Art in Deutschland. So kommt er in einem breiten Streifen quer durch die Mitte Deutschlands von Ost nach West und im Südwesten vor, während er in weiten Teilen Bayerns (so genannte "Allgäu-Lücke") sowie in Nord- und Ostdeutschland fehlt.

verbreitungskarte feuersalamander
Verbreitungskarte des Feuersalamanders in Deutschland (Daten 1900-2014)
Quelle: DGHT e.V. (Hrsg. 2014): Verbreitungsatlas der Amphibien und Reptilien Deutschlands, auf Grundlage der
Daten der Landerfachbehorden, Facharbeitskreise und NABU Landesfachausschusse der Bundeslander sowie des
Bundesamtes fur Naturschutz.

 Anbei nun eine kleine Bildauswahl die einerseits den typischen Lebensraum auf der Schwäbisch Alb zeigen, anderseits die Art ansich vorstellen soll. Die Bilder entstanden an einem Vormittag und an einem Nachmittag Anfang Mai 2017. Alle Bilder sind unmanipulierte Naturdokumente. Die Tiere wurden weder in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, weder berührt noch an fotogene Stellen umgesetzt!

20170512 salamander v2 001
Bekanntes Ausflugsziel und am Wochenende von tausenden besucht: Der Uracher Wasserfall auf der Mittleren Alb im Landkreis Reutlingen.

20170503 feuersalamander 001

20170503 feuersalamander 002
Im Frühjahr 2017 bot er auf Grund der geringen Niederschläge einen wenig imposanten Anblick, erst der Regen im April ließ die Hangquelle weiter oben wieder nennenswert schütten.

20170503 feuersalamander 003
Besonders imposant der Kalktuffblock unterhalb des Wasserfalls, der sich über die Jahre gebildet hat.

20170503 feuersalamander 004
Unterhalb des Uracher Wasserfalls verläuft der Brühlbach entlang des Wanderweges. Ein wunderschönes Alb-Gewässer das sich über Tuff-Kaskaden gen Erms schlängelt.

20170503 feuersalamander 005

20170512 salamander v2 002

20170512 salamander v2 003

20170512 salamander v2 004

20170503 feuersalamander 006
Nicht nur dem Feuersalamander bietet der Brühlbach Fortpflanzungsmöglichkeiten, auch einige Wasseramselreviere gibt es hier zwischen Parkplatz und Wasserfall.

20170503 feuersalamander 007
Das Totholz in den angrenzenden Wäldern spielt für die Artenvielfalt eine große Rolle. Hier hat sich das Wechselblättrigen Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium) auf einem Stamm über dem Bach angesiedelt.

20170503 feuersalamander 008
Auch der Stinkende Storchschnabel (Geranium robertianum), auch Ruprechtskraut genannt, ist hier häufig anzutreffen.

20170503 feuersalamander 009

20170503 feuersalamander 010
Zwischen den Blättern der Hirschzunge (Asplenium scolopendrium), ein charakteristischer Farn der feuchten Hangschluchtwälder, schieben sich die Blätter des Waldsauerklees (Oxalis acetosella) hindurch.

20170503 feuersalamander 011
Eine weitere Charakterart der Hangschluchtwälder: Das Ausdauernde Silberblatt (Lunaria rediviva).

20170503 feuersalamander 012
Trotz der auffälligen Zeichnung sind die Feuersalamander, hier im Hintergrund, in den Hangschluchtwäldern hervorragend getarnt. Im Vordergrund das Wechselblättrige Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium) mit Glanzschnecke (Aegopinella sp.).

20170503 feuersalamander 013
Feuersalamander in seinem Lebensraum.

20170503 feuersalamander 014

20170507 feuersalamander 015

20170512 salamander v2 005

20170512 salamander v2 006

20170507 feuersalamander 016
Die meiste Zeit verbringen Feuersalamander an Land. Und es erstaunt immer wieder, wie hervorragend die Tiere klettern können.

20170507 feuersalamander 017
Ein typischer Landlebensraum des Feuersalamanders - zwischen Hirschzungen und Wurzelwerk.

20170512 salamander v2 007

20170512 salamander v2 008

20170503 feuersalamander 018
Häufig findet man die Tiere regungslos am Rande des Baches sitzen.

20170503 feuersalamander 019

20170512 salamander v2 009

20170512 salamander v2 010

20170512 salamander v2 011

20170503 feuersalamander 020
Im Frühjahr entdeckt man die Tiere aber auch direkt an der Wasserkante, z.B. beim Absetzen der Larven ins Gewässer.

20170503 feuersalamander 021
Ein wunderschön gestreiftes Exemplar.

20170503 feuersalamander 022
Nach dem Ablaichen oder bei Störungen suchen die Tiere rasch Versteckemöglichkeiten, z.B. unter Steinen, auf.

Mittwoch, 19 April 2017 21:53

Frühling - Unter Wasser

Schon vor ein paar Jahren habe ich erste Versuche unternommen, heimische Molche in einem kleinen Aquarium zu fotografieren. Vor einigen Tagen habe ich es erneut versucht und das Aquarium auf der elterlichen Terrasse direkt neben dem Gartenteich aufgebaut. So konnte ich die Tiere, in diesem Fall nur Bergmolche (Triturus alpestris) mit dem Kescher entnehmen und nach dem Shooting wieder schadlos direkt in die Freiheit entlassen. Ein großer weißer Schirm sorgte bei strahlendem Sonnenschein für ein schönes diffuses Licht. Wasserpest aus dem Teich (Elodea sp.) diente als "naturnahe" Kulisse. Das Wasser und die Pflanzen hatte ich extra an Abend zuvor eingefüllt, damit sich die Schwebstoffe etwas absetzen und die Luftbläschen an den Scheiben verschwinden. Die Scheiben habe ich von innen und außen geputzt, trotzdem hat man jede Menge "Bildstörungen", insbesondere durch Schlieren auf dem Glas und kleinen Kratzern. Und man muss natürlich mit dem Objektiv und der Geli entsprechend an die Scheibe um keine Spiegelungen zu bekommen. Somit hat man viel Ausschuss, aber es sind auch ein paar ganz nette Aufnahmen dabei herausgekommen. Vor allem faszinieren die Tiere aber in ihrem Prachtkleid, die kontrastreich gezeichneten Männchen mit ihren bläulichen Flanken, dem intensiv orangen Bauch und dem auffällig gezeichneten Rückenkamm sind wunderschön anzusehen! Meiner Meinung nach die schönste heimische Molchart!

20170409 bergmolch 001
Zunächst versuchte ich das ganze Tier, hier ein Männchen, abzulichten. Dies sind eigentlich die schwierigsten Aufnahmen, da die Gefahr der Spiegelung am höchsten ist.

20170408 bergmolch 002
Hier sieht man schön den Unterschied zwischen Weibchen (oben) und Männchen (unten). Die Männchen sind nicht nur kontrastreicher gezeichnet und haben die blauben Flanken, vor allem der Rückenkamm mit wechselnden hellen und dunklen Flecken ist für die Männchen charakteristisch.

20170408 bergmolch 003

20170408 bergmolch 004

20170408 bergmolch 005
Gehen die Tiere zum Luftholen an die Wasseroberfläche ergeben sich interessante Spiegelungen - hier ein Weibchen.

20170408 bergmolch 006

20170409 bergmolch 007

20170409 bergmolch 008

20170408 bergmolch 009
Mit der Zeit kann man auch einen etwas kreativeren Bildaufbau gestalten und etwas reichlicher belichten, was zudem die Bildstörungen etwas mehr verschwinden lässt.

20170408 bergmolch 010
Und natürlich kann man sich in aller Ruhe den Details dieser wunderschönen Tiere widmen.

20170408 bergmolch 011
Die Zeichnung auf dem Hinterleib und dem Schwanz ist wirklich fantastisch!

20170408 bergmolch 012
Hier der Schwanz eines prächtigen Männchens.

20170408 bergmolch 013

20170408 bergmolch 014
Und auch die Extremitäten sind reizvolle Motive.

20170409 bergmolch 015

Seite 1 von 73