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Montag, 24 Oktober 2016 11:33

Gegen die Zeit - Fotoprojekt Wilde Alb

Herbstlicher Sonnenaufgang am Albtrauf, das war der Plan. Die Wetteraussichten prognostizierten uns einen wolkenlosen Himmel und mit etwas Glück sollten wir Nebel im Tal haben. Am Abend zuvor viel mein Blick durch die Balkontüre auf einen eindrucksvollen Vollmond. Ich warf kurz die App an um zu schauen, wann denn der Mond untergehen würde und siehe da, das sollte kurz vor Sonnenaufgang der Fall sein. Doch nicht nur das, der Monduntergang würde genau hinter einer Felsformation statt finden - das klang gut. Also machte ich mich am nächsten Sonntagmorgen etwas früher auf den Weg. Bei der Anfahrt wurde mir mit jedem Kilometer klarer, dass der Monduntergang an der entsprechenden Location doch früher eintreten würde als ich es erwartete. So brauste ich durch die Nacht und betete zu Gott, dass ich rechtzeitig vor Ort sein würde. Zum Glück sind es vom Parkplatz bis zum Aussichtspunkt nur wenige hundert Meter. Als ich auf die Steige zur Albhochfläche einbog dann die böse Überraschung: Straße gesperrt! Ein lauter Fluch hallte durch die Stille und noch dunkle Nacht. Schnell ne alternative Anfahrt gesucht. Mist, mind. 10 km Umweg, das reicht nie. Ein kurzer Blick auf die Karten-App im Smartphone - es gibt eine asphaltierte Abkürzung auf der Albhochfläche. Nix wie los... Mit Blick auf dem langsam untergehenden Vollmond fuhr ich dem Ziel entgegen. Zum Glück war niemand unterwegs ;-) Ich stoppte am Parkplatz, hechtete aus dem Auto und in die Stiefel und sprintete den Grasweg Richtung Albtrauf. Um keine Zeit zu verlieren zog ich im Laufen bereits die Stativbeine aus. Vorne angekommen traf alles genau so ein wie es die App vorhergesagt hatte: Maximaler Vollmond genau über den Felsen - aber nur noch wenige Minuten, wenn nicht Sekunden Zeit! Schnell das Tele auf das Stativ und die Kamera dran, zitternd steckte ich den Fernauslöser an. Kamera an und: Akku leer!!! Der zweite Fluch des Morgens hallte über den Albtrauf. Schnell zum Rucksack, Akku gewechselt - wieder leer! Das gibt es doch nicht!!! Dritter Akku rein, Bildausschnitt wählen. Abdrücken. Engerer Ausschnitt - abdrücken. So gelangen mir gerade noch rund 10 Bilder, dann war der Mond weg. Schnaufend stand ich neben der Kamera und blickte auf den Albtrauf in der blauen Stunde - was für ein Tagesbeginn. Ich checkte die Bilder am Kameramonitor. Mist, verwackelt, nicht scharf genug usw. Normalerweise arbeite ich unter solchen Bedingungen im LiveView und / oder mit Spiegelvorauslösung und lasse die Kamera-Objektiv-Kombi entsprechend lange ausschwingen. Dafür war dieses Mal aber keine Zeit. Erst zu Hause gab es dann die Beruhigung, zwei bis drei Aufnahmen waren von der Schärfe her akzeptabel. Die Belichtung war natürlich extrem kniffelig, vor Ort entschied ich mich dafür die hellen Bereiche möglichst sauber zu belichten und später In Lightroom die Schatten entsprechend aufzuhellen. Moderne Kamerasensoren machen sowas zum Glück mit, vor ein paar Jahren wäre das noch undenkbar oder nur mit HDR etc. lösbar gewesen.
Zwei Dinge, die eigentlich jeder (Natur-)Fotograf weiß, wurden mir an dem Morgen wieder mal drastisch vor Augen geführt: Besser früher los als später, insbesondere bei solchen Geschichten, und am Abend zuvor die Ausrüstung ausreichend checken ;-)

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Eine der ersten Aufnahmen, der Mond steht knapp über dem Horizont.

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Gefällt mir fast besser, ein etwas engerer Bildwinkel und der Mond schon tlw. hinter den Bäumen.

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Nach wenigen Sekunden war das Spektakel vorbei...

Mittwoch, 19 Oktober 2016 11:59

Zwischen Kuhstall und Fels - Familienurlaub in den Dolomiten

Heute mal ein etwas anderer Blogeintrag, denn es gibt ausnahmsweise nicht nur "Naturbilder" zu sehen. Im Familienurlaub Ende September im schönen Eggental östlich von Bozen in den Dolomiten stand die (Natur-)Fotografie nicht im Fokus. Trotzdem gab es natürlich die ein oder andere Möglichkeit, die fantastische Bergwelt der Dolomiten fotografisch einzufangen. Aber auch auf unserem Feriendomizil, einem pittoresken Bauernhof, gab es wunderbare Motive. Zudem fotografiere ich immer häufiger Motive, die nichts mit "reiner" Natufotografie zu tun haben. Vielel fotografische Genre reizen mich, anbei ein erster Einblick ;-)

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Urlaub auf dem Bauernhof - ein Kuhstall wie man ihn hierzulande nur noch selten antrifft. Im Fenster das Gipfelmassiv des Latemars.

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Freilaufende und glückliche Hühner im abendlichen Licht.

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Die Hühner sind natürlich auch im Kuhstall unterwegs.

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Huhn begegnet Kühe, fanden zumindest die Kühe ganz spannend.

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Auch Pfaue gibt es auf dem Hof.

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...und natürlich viele Katzen.

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Diese tollen grünen Augen...

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...und die scheuen Jungkatzen, die einen immer im Blick haben.

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Blick vom Hof zum Latemarmassiv im letzten Abendlicht.

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Kurz geben Wolken einen Blick auf Teile des Gipfelmassivs des Latemars frei.

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Rosengartenmassiv - in mystische Wolken gehüllt.

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Welch Stimmung aus Licht, Wolken und Fels!

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Die Wolken rahmen den Fels.

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Rosengartenmassiv - erst die Umwandlung in SW geben die Wolkenformationen eindrucksvoll wieder.

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Schon beim letzten Urlaub ein tolles Motiv: Der Karersee. Dieses Jahr war leider das Wasser, wie im Spätsommer üblich, Mangelware. 180° Bildwinkel.

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Immer wieder faszinierend: Latemar mit seiner Spiegelung im Kareresee. Dazu ein ganz besonderes Licht- und Wolkenspiel.

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Während hier tagsüber tausende Touristen um den See pilgern hat man abends seine Ruhe, mit etwas Glück ist man sogar ganz allein.

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Und während ich in die Dämmerung hinein fotografierte hörte ich aus der Ferne das Röhren der Hirsche.

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Ein fast unnatürliches Grün fasziniert!

Freitag, 23 September 2016 20:58

last days of summer

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Weidenjungfer (Chalcolestes viridis)

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Mittwoch, 14 September 2016 22:10

Zwischen Fels und Wasser - Fotoprojekt Wilde Alb

Eigentlich klang der Plan sehr gut: Das tolle Spätsommerwetter nutzen und einen spektakulären Sonnenaufgang auf der Schwäbischen Alb genießen. Doch die Nacht war zu mild, von Frühnebel im Tal keine Spur. Und kurz bevor die ersten warmen Sonnenstrahlen über den Horizont wanderten  sollten schon sich eine kleine aber ausreichend große Wolkenbank im Osten vors "Licht". Zum Glück haben wir auch Spaß wenn es mal fotografisch nicht so läuft und so genossen wir die spektakuläre Aussicht auf unser Projektgebiet. Danach ging es weiter gen Süden um sich dem Thema "Wasser auf der Alb" zu näheren. In unseren Fantasien waren die traumhaften Langzeitbelichtungen eines wilden Albbaches schon im Kasten, in natura sah dann alles weniger spektakulär und fotogen aus. Und selbst die Fahrt mit einem Boot in eine wasserspuckende Höhle klang in der Werbung am Höhleneingang dann doch viel gigantischer, als sie sich in der Realität herausstellte. Trotz mäßiger Bildausbeute tat es einfach mal wieder gut, einen Morgen auf der Schwäbischen Alb zu erleben... Alb, wir kommen wieder ;-)

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Der Tag bricht an, am Traufe der Alb...

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Fels und Buchenwälder - die zauberhafte Mischung des Albtraufs.

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Doppelbelichtung

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Felsen im ersten Licht der aufgehenden Sonne.

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Aus Deutschlands größtem Karstgebirge sprudelt das glasklare Wasser ans Tageslicht.

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Wasser mit flutenden Vegetation als Kontrast zum Felsen.

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Eine Welt für sich auf der Alb - flutende Vegetation im Bach.

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Albbach mit Sinterterassen und Pestwurzflur.

Montag, 22 August 2016 22:38

Gedrehte Schönheit - Fotoprojekt Wilde Alb

Sie ist eine Schönheit  - doch kaum jemand hat sie bisher zu Gesicht bekommen. Das liegt nicht nur an Ihrer Seltenheit, im Nordosten von Baden-Württemberg gibt es vielleicht eine Hand voll Vorkommen, es liegt auch an ihrem kleinen und unscheinbaren Wuchs. Wer sie nicht aktiv in den lückigen und kurzrasigen Magerrasen sucht, läuft mit Sicherheit an ihr vorbei. Hat man sie gefunden sollte man sich die Mühe machen und sie aus nächster Nähe betrachten. Schnell erschließt sich dann der deutsche bzw. wissenschaftliche Name, denn bei den meisten Exemplaren sind die einzelnen Blüten spiralförmig um den Stängel angeordnet. Daher auch der Trivialname Drehwurz oder Schraubenstendel. Zwei Arten in der Gattung Spiranthes gibt es bei uns in Mitteleuropa: Die Sommer- und die Herbst-Drehwurz. Während die Sommer-Drehwurz (Spiranthes aestivalis) in kalkreichen Flachmooren vorkommt und bereits im Juli an wenigen Standorten vor allem im Süden von Bayern und Baden-Württemberg blüht, wächst die Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis) in kurzrasigen und oberflächlich entkalkten Magerrasen und blüht Mitte August. Damit ist sie einer der letzten Orchideen des Jahres und sie zu fotografieren war für uns ein grandioser Abschluss eines tollen Orchideenjahres auf der Schwäbischen Alb. Die Herbst-Drehwurz zählt zweifelsohne zu meinen "Lieblings-Orchideen".

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Kleine weiße und sehr filigrane Blüten in spiralförmiger Anordnung zeichen sie aus: Die Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis).

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"Jump" - Der kleine Blutsauger verdeutlich wie klein die Pflanzen tatsächlich sind.

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Deswegen haben wir den weiten Weg auf uns genommen: Spiranthes vor Sonnenuntergang.

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Kitsch?

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Kurz nach Sonnenuntergang.

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Ganz unbeobachtet waren wir beim Orchideenfotografieren nicht: Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata).