Besser gesagt Bilder aus den Höllenlöchern. Die so genannten Höllenlöcher sind geologische Phänomene entlang des Traufs der Schwäbischen Alb. Dort gleiten Gesteinsschollen des Weißen Juras (Delta-Formation) über weichere Mergelschichten der Gamma-Formation ab. Dabei entstehen mehr oder weniger parallel zum Albtrauf tiefe Risse im Gestein, die wie kleine Canyons aussehen. Die Fotos unten zeigen solch einen ca. 30m tiefen und rund 100m langen Riß am Rande des Traufs, der sogar begangen werden kann.
Zu zweit machten wir uns vor rund einer Woche an einem Sonntagmorgen auf dem Weg zu den Höllenlöchern. Zunächst stapften wir vom Parkplatz rund 3 km durch den Schnee zum Albtrauf. Die Nacht hatte ein wenig Neuschnee auf der Alb gebracht, so dass die "Kulisse" wunderbar "überzuckert" war. Unter im Höllenloch angekommen war uns dann doch etwas mulmig, da erst vor kurzem eine Steinschlag abgegangen war. Keine Chance da auszuweichen, wenn von oben die Brocken kommen. Trotzdem wurden die Weitwinkelobjektive ausgepackt und eine spannende Komposition gesucht. Gar nicht so einfach, in dem schmalen Spalt zu ansehnlichen Bildern zu kommen. Und der Kontrast zwischen dunklem Fels und Himmel ist auch nicht ohne. So bewegten wir uns Meter für Meter durch den Riss auf der Suche nach Motiven. Ein magischer, verwunschener Ort...
Die Bilder entstanden im Rahmen des Fotoprojektes "Wilde Alb" der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V., Regionalgruppe Württemberg-Bayern. Seit dem 01.01.2016 sind 34 Mitglieder der Regionalgruppe auf der Schwäbischen Alb unterwegs, um die Besonderheiten der Alb in neuen und frischen Bildern festzuhalten. So soll in den nächsten beiden Jahren ein Fundus an besonderen Aufnahmen entstehen, aus denen dann eine Ausstellung, eine Multivisionsshow und vielleicht sogar ein Buch entstehen sollen. Dabei haben die Teilnehmer sich verschiedenen Foto-Missionen verschrieben, um ganz gezielt bestimmte Motive einzufangen. Archivbilder werden für das Projekt nicht genutzt.

Blick nach oben aus dem Höllenloch, der Spalt ist hier nur wenige Meter breit.

Ein wenig Neuschnee hat in der Nacht die Kulisse "überzuckert".

Immer wieder stürzen Bäume hinab in den Riss.

Blick zurück in das Höllenloch.

Bäume und Fels

Buchengestalten säumen den Rand des Höllenlochs.

Am Rande der Alb rutscht der Fels ab.

Blick durch eine Buche hinab ins Höllenloch.

Der Wächter des Höllenlochs?

Diese Darstellung nach Wagner & Koch zeigt, wie die "Höllenlöcher" im Laufe der Zeit durch die Erosionsprozesse am Albtrauf entstehen.
(Quelle: Homepage des Schwäbischen Albvereins, Tafel 24 des Gustav-Ströhmfeld-Weges)