Hmm, wo könnte man in den Wintermonaten noch Insekten und Spinnen finden? In Gebäuden? Sicherlich! Und der Gedanke bringt uns einer weiteren Möglichkeit näher: In Höhlen! Ich muss zugeben daran habe nicht gedacht, als wir im Anschluss an die Winterlibellen-Tour noch einen Eiskeller im Hohenlohischen aufgesucht haben, um dort nach Fledermäusen zu suchen. Der "Raum" wurde aus dem Oberen Muschelkalk geschlagen und misst ca. 8x4m bei einer Höhe von ca. 2-3m. Historisch diente er zur Lagerung von Eis, welches beim Brauen von Bier notwendig war. Also eine durchaus sinnvolle Einrichtung ;-) Nachdem wir die Höhle betreten hatten suchten wir natürlich zuerst alle Spalten akribisch nach Fledermäusen ab. Doch Bernd machte mich zugleich auf etwas anderes aufmerksam: Höhlenbegleitfauna - über 100 Arten bei uns! Wow! Und schon viel der Blick auf die zahlreichen Höhlenkreuzspinnen (Meta menardi) und ihre Ei-Kokons, auf wunderschön gefärbte Zackeneulen (Scoliopteryx libatrix) und auf das Höhlentier des Jahres 2016: Das Höhlenlangbein (Amilenus aurantiacus) - ein Weberknecht. Es gelangen nur ein paar dokumentarische Fotos aber was viel mehr bleibt ist bei mir die Faszination für diese ganz spezielle Fauna!
Nur am Rande sei erwähnt, dass wir noch eine Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) und eine Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus) entdeckt haben... Wer interessiert sich jetzt noch für Fledermäuse??? ;-)

Höhlentier des Jahres: Das Höhlenlangbein.

Höhlenkreuzspinne - ein Weibchen.

Ei-Kokon der Höhlenkreuzspinne.

Ei-Kokon im Gegenlicht.

Zackeneule