Vor einigen Wochen hat sich Sven bei mir gemeldet, ob ich nicht einmal Lust hätte zu ihm auf die Ostalb auf Libellentour zu kommen. Lust natürlich schon, aber der Juni war ziemlich voll und so klappte es leider nicht. Durch Zufall durften wir dann an derselben Veranstaltung, an einem Nachmittag ganz im Osten von Baden-Württemberg, teilnehmen. Und da Sven die Ecke gut kennt ging es danach auf Fototour bis zum Sonnenuntergang. Ziel war eigentlich nur eine, zugegebener Maßen sehr attraktive Libellenart, welche ich noch nie gesehen, geschweige denn fotografiert hatte. Und so verbrachten wir den Abend auf den Wiesen entlang eines Grabens mit der Gefleckten Heidelibelle (Sympetrum flaveolum). Typisch für diese Art ist, das in einem Jahr massenhafte Auftreten, während dann in den nächsten Jahren nur wenige bis keine Exemplare fliegen - so sagt es zumindest die Literatur. Wir hatten wohl ein Massenjahr erwischt und es war wirklich eindrucksvoll! Hunderte, wenn nicht tausende Exemplare flogen über die Wiesen. Ihr Flügel funkelten im tiefstehenden Licht der Abendsonne, ein wirkliches Spektakel. Nur fotografisch war es nicht ganz einfach, der Wind blies heftig aus West und die Bildgestaltung zwischen den vielen Binsen und Gräsern war eine echte Herausforderung. Doch das Licht wurde immer schöner und immer mehr Exemplare setzten sich ins Gras um dort die Nacht zu verbringen. So kniete jeder von uns vor einem Binsenbüschel und im Gegenlicht entdeckte man erst eine, dann eine weitere und immer mehr Exemplare - einfach nur fantastisch. Und so ratterten die Kameras, um wenigstens ein paar scharfe Fotos bei den Windverhältnissen zu machen. Doch wir waren mit den Libellen nicht allein, eine gefühlte Million von Bremsen und Schnaken war ebenfalls anwesend und die hatten reichlich Hunger. Ich hatte rund 600 Bilder gemacht - und vermutlich genau so viele Stiche am Leib ;-) Trotzdem war es ein wunderschöner Abend den wir bei Pizza und Bier in einer lauen Sommernacht gemütlich ausklingen ließen. Nochmals vielen Dank an Sven für die tolle Tour!
Die Gefleckte Heidelibelle ist in Baden-Württemberg stark gefährdet (RL 2) und kommt nur noch lokal an wenigen Stellen im Ländle vor. Sie benötigt vor allem Überschwemmungsflächen bzw. flache Gewässer mit starken Wasserschwankungen für die Larvalentwicklung. Diese Gewässer sind durch menschliche Eingriffe immer seltener in unseren Landschaften zu finden, was den RL-Status der Art erklärt. Noch häufiger ist die Art im norddeutschen Tiefland zu finden.

Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) in ihrem Lebensraum.

Vor Sonnenuntergang setzen sich die Tiere ins Gras und in die Binsen und bilden richtige "Schlafplatz-Gesellschaften".

Gefleckte Heidelibelle "in motion".

Flügelschlagend vor Abendhimmel.

Eine wunderschöne Sympetrum-Art.

Wie Edelsteine leuchten sie im abendlichen Gegenlicht.







Mit etwas Glück lassen sich mehrere Exemplare aufs Bild bringen.




Erst im Gegenlicht kann man die namensgebenden gelblichen Flecken an den Flügelansätzen gut erkennen, welche bei den Männchen wie bei den Weibchen ausgeprägt sind.
